Neues MEDCH-Modul: 100 Fragen aus 10 Themenbereichen – für Pharmazeut:innen, die direkt mit Patient:innen arbeiten.
Klinische Pharmazie beginnt dort, wo pharmakologisches Wissen auf eine konkrete Therapieentscheidung trifft. Nicht die Substanzklasse ist die Herausforderung, sondern die Frage, was aus ihr in einer bestimmten Konstellation folgt: pausieren, anpassen, absetzen, oder bewusst beibehalten.
Genau diese Übersetzungsleistung steht im Zentrum unseres neuen MEDCH-Moduls Klinische Pharmazie.
Warum gerade jetzt
Der klinische Nutzen pharmazeutischer Expertise ist inzwischen gut belegt. Und zwar am deutlichsten dort, wo Therapien komplex werden. Die randomisierte AMBORA-Studie (Dürr et al., J Clin Oncol 2021) zeigte, dass eine strukturierte klinisch-pharmakologische/pharmazeutische Therapiebegleitung arzneimittelbezogene Probleme bei oralen Tumortherapien deutlich reduziert. Die dänische OPTIMIST-Studie senkte Wiederaufnahmen erheblich. Metaanalysen über mehr als zwei Dutzend randomisierte Studien bestätigen den Effekt.
Der rote Faden dieser Evidenz ist bemerkenswert konsistent: Wirksam ist die frühe, strukturierte, mehrstufige Einbindung. Isolierte Einzelmaßnahmen sind es nicht.
Die Gesundheitssysteme ziehen bereits nach. Niedersachsen schreibt Stationsapotheker gesetzlich vor. Österreich hat 2024 mit § 36a ApoG erstmals seit vier Jahrzehnten das Delegationsrecht erweitert. In England ist ein erheblicher Teil der Apotheker:innen inzwischen verschreibungsberechtigt. Die Berufsgruppe gewinnt an Entscheidungskompetenz – und mit ihr wächst der Anspruch an die fachliche Tiefe, mit der diese Entscheidungen getroffen werden.
Was das Modul bietet
100 Fragen, verteilt auf zehn Themenbereiche, die den klinisch-pharmazeutischen Alltag abbilden:
Antiinfektiva
Arzneimittelinduzierte Toxizitäten
Geriatrische Pharmazie
Interaktionen
Interferenzen von Arzneimitteln mit Labor und Blutbild
Perioperatives Medikationsmanagement
Polypharmazie
Schmerztherapie
Kardiale Erkrankungen
Delir und Demenz
Der Fokus liegt konsequent auf der klinisch-pharmazeutischen Perspektive: nicht auf dem Abfragen von Substanzklassen, sondern auf der Frage, welche Konsequenz sich daraus für die konkrete Therapie ergibt.
Auffällig ist dabei, wie viele der Themenbereiche an Schnittstellen liegen. Perioperatives Medikationsmanagement, Interferenzen mit dem Labor, Delir bei geriatrischen Patienten. Das sind genau jene Übergabepunkte zwischen Berufsgruppen, an denen Medikationsfehler überwiegend entstehen. Wer hier sicher ist, ist dort sicher, wo es statistisch am häufigsten schiefgeht.
Fortbildungspunkte ohne Zusatzaufwand. Über MEDCH sammeln Sie 35 Punkte (AFP) der Österreichischen Apothekerkammer, ohne jährliche Beschränkung. Die Fragen dieses Moduls zählen darauf ein. Wer einmalig seine Apothekennummer im Profil hinterlegt, dessen Punkte werden automatisch an die Apothekenkammer übertragen.
Warum ein eigenes Modul
Klinische Pharmazie ist ein eigenständiges Fachgebiet mit eigener Denklogik. Pharmazeut:innen im Krankenhaus und in der Medikationsanalyse brauchen andere Fragestellungen als jene, die in allgemeinmedizinischen Modulen vorkommen. Deshalb haben wir die Inhalte nicht als Ergänzung angehängt, sondern als eigenes Modul aufgebaut – mit eigenem Filter und eigener Fortschrittsanzeige.
So finden Sie das Modul
In der MEDCH App: Filter → Modul → Klinische Pharmazie
Sie können das Modul isoliert trainieren oder mit ihren übrigen Themen kombinieren. Wer gezielt an einer Schwachstelle arbeiten will, filtert auf einen einzelnen Themenbereich – etwa nur perioperatives Medikationsmanagement vor der nächsten Dienstwoche.
Fazit
Die Evidenz zeigt, dass pharmazeutische Expertise die Therapiequalität messbar verbessert. Die Gesetzgebung erweitert gerade den Spielraum, sie einzusetzen. Was bleibt, ist die fachliche Sicherheit im Einzelfall – und genau die lässt sich trainieren. Die Fortbildungspunkte laufen dabei nebenbei mit.