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Zwischen Licht und Schatten: Was ein Bergbild über moderne Krebstherapie verrät

Im Frühjahr 2027 trifft sich die österreichische Hämatologie und Onkologie in Wien zur Frühjahrstagung der ÖGHO. Das Motto lautet „Zwischen Licht und Schatten - Faszination trifft Grenzen der innovativen Krebstherapien“. Das Sujet stammt vom Kongresspräsidenten selbst. Wolfgang Hilbe ist Onkologe und Maler aus der Tiroler Künstlerfamilie Prachensky. Er hat die Tuxer Alpen in Öl festgehalten: Im Vordergrund glühen die Grate im Orange der Abendsonne, in der Tiefe liegt schon kühles Blau, dahinter ragt der verschneite Olperer auf. Eine Idylle mit Ablaufdatum.

Von Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Hilbe · 12. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit

Ein Gipfel in der Abendsonne. Täler, die schon blau werden. Mehr braucht es kaum, um die Onkologie des Jahres 2027 zu beschreiben.

Im Frühjahr 2027 trifft sich die österreichische Hämatologie und Onkologie in Wien zur Frühjahrstagung der ÖGHO. Das Motto lautet „Zwischen Licht und Schatten - Faszination trifft Grenzen der innovativen Krebstherapien“. Das Sujet stammt vom Kongresspräsidenten selbst. Wolfgang Hilbe ist Onkologe und Maler aus der Tiroler Künstlerfamilie Prachensky. Er hat die Tuxer Alpen in Öl festgehalten: Im Vordergrund glühen die Grate im Orange der Abendsonne, in der Tiefe liegt schon kühles Blau, dahinter ragt der verschneite Olperer auf. Eine Idylle mit Ablaufdatum.

Das Licht

Selten war die Onkologie so faszinierend. Neue Therapieprinzipien erweitern laufend, was in der Krebstherapie möglich ist. Viele davon zielen auf immer genauer definierte Patientengruppen.

Der Schatten

Jede neue Substanz bringt ihr eigenes Nebenwirkungsprofil mit, ihre Wechselwirkungen, ihre Monitoringvorgaben. Viele Patient:innen sind älter, ihre Medikationslisten lang. Was in der Zulassungsstudie unter kontrollierten Bedingungen funktioniert, trifft im Alltag auf Begleiterkrankungen und Begleitmedikation, die in Studien oft nicht abgebildet sind. Dazu kommen Kosten, Zugang und die Frage, was eine Therapie für die Lebensqualität bedeutet.

Die Grenzen sind nicht das Gegenteil des Fortschritts. Sie sind sein Schatten. Und je höher der Gipfel, desto länger der Schatten.

Medizin passiert im Tal

Fotografiert wird der Gipfel. Gearbeitet wird im Tal: an der Station, in der Ambulanz, in der Apotheke. Dort entscheidet sich, ob Innovation bei den Patient:innen ankommt oder nur im Studienprotokoll glänzt.

Dafür braucht es nicht mehr Information. Die gibt es im Überfluss. Es braucht Urteilskraft. Passt die neue Therapie für genau diesen Menschen? Ist diese Wechselwirkung klinisch relevant? Wann ist weniger mehr? Solche Fragen beantwortet niemand allein. Ärzt:innen, Pharmazeut:innen und Pflege sehen jeweils andere Schatten. Erst zusammen ergibt sich das ganze Bild.

Was MEDCH beiträgt

Im Herbst 2026 setzt MEDCH einen Schwerpunkt auf Onkologie. Die Lerneinheiten drehen sich um innovative Krebstherapien, Nebenwirkungsmanagement und Interaktionen. Sie sind fallbasiert, kurz und interaktiv, geben direktes Feedback und bringen DFP-, AFP- und PFP-Punkte. Falsch liegen ist ausdrücklich erlaubt. Lieber im Lernraum als am Patienten.

Wir sehen uns in Wien

Die Frühjahrstagung findet von 1. bis 3. April 2027 im VIECON der Messe Wien statt (Messeplatz 1, 1021 Wien). MEDCH wird dort vertreten sein.

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Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Hilbe

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Hilbe

Gründer, CMO